|
16.09.2008 Janina Seyler
Große Radsport-Ereignisse haben immer Anschein eines sportlichen Volksfestes: selektive Strecken, zahlreiches Publikum und bis in die Haarspitzen motivierte Nachwuchsradrennsportler. So auch in diesem Jahr beim Nürnberger Altstadtrennen. Dort gewährt der Veranstalter sowohl „Jedermännern“ als auch den Nachwuchsklassen immer eine Startmöglichkeit bei diversen eigenen Rennen auf der Profi-Strecke.
Traditionell konnten in Nürnberg die Rennklassen der U11, U13 und U17 an den Start gehen. Heuer allerdings gab es hier eine kleine Änderung: die Rennen der U11 und U13 hatte der Veranstalter im Programm belassen, statt der U17 durften aber die jüngeren U15er an den Start gehen. Das freute besonders den RSGler Till Hellmund, der Nürnberg bereits aus dem letzten Jahr und seiner damaligen Rennklasse U13 kannte. Zwei Runden zu je etwa 12 Kilometern hatten die U15-Rennfahrer auf dem Kurs zu absolvieren und taten das im Wesentlichen als geschlossenes Feld. Zwar gab es immer wieder Angriffsversuche, keiner aber war mutig genug, eine entscheidende Attacke zu initiieren. Leider musste zwischendurch das Schülerfeld auch noch angehalten werden, da im Profirennen der Männer hohes Tempo gemacht wurde, sodass man das schnelle Männerfeld passieren lassen wollte. So sollte bei der U15 alles auf einen Schlusssprint hinauslaufen, in dem Hellmund engagiert versuchte, mit hineinzuhalten. Als jüngerer Jahrgang und vergleichsweise leichter Fahrer hatte er aber das Nachsehen und rollte nach dem Podiumsspurt mit dem Feld über die Ziellinie.
Ein gleichermaßen Endspurt-Rennen lieferten sich die Sportlerinnen und Sportler der U13. Unter ihnen und wieder gesund Sabrina Schulz. Start, eine Runde, Spurt, 10. Platz. Kurz, knackig, erfolgreich!
Da heuer kein Rennen der U17 ausgetragen wurde, der RSGler Hannes Rapp als etwas älterer U17er aber altersmäßig die Möglichkeit hatte, beim Rennen der „Jedermänner“ zu starten, war klar, wie die Entscheidung ausfallen sollte. Zusammen mit Bruder Sebastian und den ehemaligen Vereinskollegen aus Kitzingen Julian Müller und Valentin Walko ging Hannes Rapp (zwar in RSG gekleidet) als Viererteam an den Start des 64-Kilometer-Rennens über 5 Runden. Die Ambitionen einer Platzierung waren hoch, die Temperaturen morgens um 8.00 Uhr ziemlich niedrig und die Laune bestens. Früh formierte sich in diesem Rennen eine Spitzengruppe von etwa 40 Fahrern, in der sich alle vier Unterfranken befanden. Ein Zeichen ihrer großen Motivation einige Attacken am Burgberg und Tempoarbeit zeitweise ganz vorne am Feld. Als dann am Rennende um den Sieg gesprintet wurde, waren die Unterfranken leider, aber auch glücklicherweise nicht ganz in Schlagdistanz: ein Sturz in der Straßenmitte zwang einige Radler recht unsanft zu Boden. Das Gesamtergebnis aber dennoch versöhnlich. Sebastian Rapp kämpfte sich mit Unterstützung von außen ab der dritten Runde alleine bis zum Ende des Rennens durch, Müller und Walko liefen mit der ersten Gruppe im Feld ein, Hannes Rapp rollte knapp 1:20 Minuten danach als trotzdem zweitbester Junior ein.
Für die anderen und jüngeren beiden U17er Andreas Hartmann und Niklas Schwarzmann der RSG Würzburg ging es beim Kriterium in Freising um Podest und Platzierungen. Eine kleine Verzögerung der Veranstaltung durch noch dauernde Abschlepparbeiten wurde mit einer Renn-Modifikation wieder wettgemacht. Das allerdings brachte den Zeitplan der Rennvorbreitung zwar nicht unbedingt durcheinander, hatte aber doch kleinere Auswirkungen auf den Verlauf des Rennens. Auch in Freising war das Wetter nass-kalt und entsprechend verhalten auch die Fahrweise des U17 Feldes. Während sich Schwarzmann zunächst gut im Feld bewegt, kämpfte Hartmann mit Lungenpfeifen und kam erst langsam in die Gänge. Zur Wertungsabnahme noch nicht fit, war er dafür bei den Prämiensprints umso wärmer und holte sich alle drei Prämien mit Abstand. Als Kollege Schwarzmann mit etwas Rückstand und nach einer versuchten, aber leider vergeblichen Aufholjagd aufsteckte, wollte Hartmann doch noch ein zählbares Resultat. Sieben Punkteträger waren es bis zum Finalspurt, Hartmann dort dann mit dabei und letztlich 9. in der Gesamtabrechnung.
|